Von den Elchen in die Oper: Wundervolle Verbindungen in Ostnorwegen

Østland, das urbane Zentrum Norwegens rund um die Hauptstadt Oslo, ist gleichzeitig bekannt für die höchsten Gebirgszüge Nordeuropas, seine sechs Nationalparks und natürlich für den Troll-Park, in dem „ewig die Wälder singen“.

Foto: Anders Gjengedal/Innovation Norway

Hardangervidda

Kein Zweifel: In Ostnorwegen befindet sich das urbane Zentrum des Landes, in den Hafenstädten wie Fredrikstad, Moss oder natürlich Oslo lebt jeder zweiter Norweger. „Østland“ besticht aber auch durch seine großartige Berg- und Seenwelt, ein dichtes Beieinander mitreißender Naturereignisse.

In reine Zahlen gefasst, liest sich der Steckbrief Østlands so: Mit 95.000 Quadratkilometern hat das Gebiet einen Anteil von 30 Prozent an der Staatsfläche Norwegens. Es besteht aus acht Provinzen: Telemark, Buskerud, Oppland, Hedmark, Oslo, Akershus und Vestfold und Østfold. Was sich genau dahinter verbirgt, lesen Sie hier:

Als „klassische Erde“ Norwegens gilt das Gebiet um den Oslofjord (Akershus, Vestfold, Østfold, Oslo): Hier ließen sich vor 10.000 Jahren die ersten Siedler nieder, später starteten die Wikinger von hier aus ihre Raubzüge. Heute ist es Norwegens Hauptstadt Oslo, die die Besucher anzieht. Auch Urlauber, die während ihres Urlaubs im Ferienhaus in Norwegen, einen Abstecher machen, stellen schnell fest: Die Metropole ist nicht nur wegen ihrer ausgesprochenen sportlichen Seite einen Besuch wert...

Auf der Märchenstraße ins Hochgebirge

Landschaft, Weite, Entspannung: Was sich der Nicht-Skandinavier typischerweise unter Norwegen vorstellt, findet sich im „Troll-Park“ – wie die Provinzen Hedmark und Oppland von Reiseexperten gern zusammengefasst benannt wird: die größten Binnenseen des Landes, sechs Nationalparks und mit Jotunheimen, Dovrefjell und Rondane die höchsten und wildesten Gebirgszüge in Nordeuropa. Die Region ist dicht und sehr grün, wie das Sprichwort „der ewig singenden Wälder“ schon ahnen lässt.

Foto: Vidar Askeland/Innovation Norway

Achtes Weltwunder: Telemarkkanal

In Oppland liegt auch Lillehammer, Gastgeber der Olympischen Winterspiele 1994 und für alte Höfe, ein modernes Stadtzentrum und gute Skigebiete bekannt. Wer die Stadt besuchen möchte: Nicht verpassen sollten Sie das Freilichtmuseum Maihaugen, das Olympiamuseum und natürlich die Lysgårds-Schanze. Im zugehörigen Stadion fanden die Eröffnungs- und Schlussfeier der Winterspiele `94 statt.

Die Provinz Buskerud wird durch zwei von Osten nach Westen verlaufende Talzüge geprägt: Durch das Hallingdal führt die „Märchenstraße“, durch das Numedal die „Silberstraße“. Im Bergort Geilo, einem der beliebtesten Wintersportorte Norwegens führen beide zusammen. Geilo ist vielen Norwegen-Reisenden auch als das „Tor zur Hardangervidda“ ein Begriff, immerhin das größte Hochgebirgsplateau Europas. Die Hardangervidda liegt zwischen 1000 und 1200 Meter Höhe und begeistert mit einer arktischen Pflanzen- und Tierwelt auch bewanderte Outdoor-Fans.

Das „achte Weltwunder“ per Boot erleben

Die Region Telemark, die heimliche Wiege des Skisports in Norwegen, ist auch die Heimat des traditionellen Kunsthandwerks, zu sehen gibt es die wohl malerischsten Holzhaus-Dörfer des Landes. Zu empfehlen ist Urlaubern mit Kindern, die ihre Ferientage in einem Ferienhaus in Norwegen verbringen, natürlich der Besuch des „Sommarlands“ in der Stadt Bo. Der größte Aquapark des Landes besticht durch gigantische künstliche Wellen und auch Norwegens längste Wasserrutsche. Und nicht zu vergessen: Eine Bootstour auf dem Telemarkskanal! Die Wasserstraße mit ihren 18 Schleusen, die 1892 fertiggestellt wurde, galt Europäern damals als „achtes Weltwunder“. Über 100 Kilometer erstreckt sich der Kanal von Skien nach Dalen. Die nostalgischen Kanalschiffe „Victoria“ und „Henrik Ibsen“ fahren von Mai bis September regelmäßig diese Strecke – mitten durch die norwegische Kulturgeschichte.

Nationalparks in Østland

Foto: Johan Wildhagen/Innovation Norway

Wo sich die Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjof Nansen auf ihre zahlreichen Expeditionen vorbereiteten, wandern heute begeisterte Urlauber. Das größte Hochgebirgsplateau Nordeuropas bietet ihnen gute Routen, aber auch Möglichkeiten zum Langlauf, Bergsteigen und Fahrradfahren.

Als südlichstes arktisches Gebiet Norwegens liegt die Hardangervidda oberhalb der Baumgrenze. Mehr als 500 (seltene) Pflanzenarten, 100 Vogelarten und auch seltene Tierarten wie der Polarfuchs sind hier beheimatet. Auf der Hardangervidda lebt auch der größte Rentierbestand Nordeuropas. Im Laufe des Jahres wandert die Herde von den Winterweiden im Osten zu den Brutplätzen im fruchtbareren Westen der Hochebene. 

Angler freuen sich derweil über die guten Angelmöglichkeiten, denn es gibt viele Seen, Flüsse und Moore. In den meisten Seen und Flüssen gibt es Forellen. Wer mehr über die einzigartige Naturwelt erfahren möchte, sei der Besuch des Hardangervidda-Natur-Center, gelegen in Eidfjord am Fuße des Wasserfalls von Vøringsfossen, empfohlen.

Foto: Terje Borud/Innovation Norway

Norwegens ältester Nationalpark Rondane wartet mit mehreren Gipfeln von über 2.000 Metern Höhe auf. In der wilden Landschaft finden Sie Gebirgsbirken, Preiselbeeren, Moltebeeren, Pilze und Gebirgsblumen.
In Rondane (und im Dovrefjell) leben Europas letzte Bestände wilder Rentiere. Auch Hirsche, Rehe und Elche, sind zu sehen, ab und zu zeigt sich sogar ein Moschusochs, der sich aus dem Dovrefjell verirrt hat.

Beliebt ist in Rondane die Wanderung von Høvringen zur Peer-Gynt-Hütte, auch die „Troll-Loipe“ schlängelt sich durch den Park. Diese durchgehend gekennzeichnete Strecke ist über 170 Kilometer lang und verläuft von Høvringen, den Rondane Nationalpark über das Ringebufjellet bis nach Lillehammer im Süden. Die Loipe ist vom 1. Februar bis nach Ostern gekennzeichnet.
Rondane liegt etwa 310 Kilometer nordwestlich von Oslo, eine Fahrt mit dem Auto dorthin dauert ab Oslo etwa vier Stunden. Folgen Sie der E 6 von Oslo nach Vinstra. Dann ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Rondane-Gebiet.

Übersichtskarte