Die Westküste: Willkommen in Fjord-Norwegen
Als Land der Fjorde ist Norwegen weltweit ein Begriff. Doch das eigentlich „Fjordland“ liegt an der Westküste. Die tiefsten, längsten und spektakulärsten Meeresarme finden sich entlang der 18.000 Kilometer langen Küstenlinie.
-
Foto: Kurt Hamann/Innovation Norway
Sognefjord
Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Ein Fjord, der rund 180 Kilometer tief ins Bergland reicht, dessen Hintergrund die Eiskrone eines Gletschers bildet, in dessen bis zu 860 Meter reichende Tiefe sich tosende Wasserfälle ergießen und an dessen Ufer rund eine Halbe Million Obstbäume wachsen.
Was nach einer einer kolossale Übertreibung klingt, mindestens aber wie eine Märchengeschichte ist die Realität Fjordlands, der Region Norwegens, deren 18.000 Kilometer Küstenlinie traditonell zum Meer ausgerichtet ist. Und den erwähnten Fjord gibt es wirklich, es ist der Hardanger-Fjord, den Gletscher nennt man Folgefonn.
Bergen bleibt die Kulturhauptstadt Norwegens
Hunderte Meeresarme zerfasern die Westküste Norwegens, die in die vier Provinzen Rogaland, Hordaland, Sogn og Fjordane und Møre-Romsdal unterteilt wird. Gletscher schliffen während der letzten Eiszeit die unzähligen tiefen Täler in den Fels. Manche sind eng und schroff, andere weit und bieten Platz für fruchtbare Täler. Der Hardanger gilt nicht nur unter Urlaubern als der schönste Fjord. Er dominiert die Provinz, in der er liegt, – Hordaland – derart, dass sie oft auch Hardanger-Land genannt wird.
Rund 1,1 Millionen Norweger leben an der Westküste, die wegen ihrer spektakulären Landschaften schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Anziehungspunkt vieler Touristen wurde. Weitere Einnahmequellen sind die Fischerei, seit den 1960er Jahren kommt die Ölwirtschaft hinzu. Stavanger, eine wechselhafte Stadt in der Region Rogaland gilt als Ölmetropole des Landes, von dem aus die Wikinger einst zu ihren Reisen aufbrachen.
Wer seinen Urlaub in einem Ferienhaus in Norwegen in dieser wunderbaren Landschaft in verbringt, sollte natürlich auch der zweitgrößten Stadt des Landes einen Besuch abstatten: Bergen. Früher bedeutender als Kopenhagen oder gar Oslo kann die Metropole von Vestland mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Bis heute hat es Oslo nicht geschafft, ihr den Rang der Kulturmetropole abzujagen. Bekannt ist das Theater „Den Nationale Scene“, die Grieghalle und die Grieg-Akademie, eine Musikhochschule. Bergen verfügt über einen Seehafen und ist Ausgangspunkt der Bergenbahn und der Hurtigruten.
Fjord-Norwegen: Alles ein bisschen schroffer, steiler, wilder
-
Foto: Terje Borud/Innovation Norway
Trollstigen
Weitaus wilder und schroffer geht es in der benachbarten Region Sogn og Fjordane zu, hier sind Fjorde und der sie unmittelbar flankierende Hochfjell bestimmend. Hier befindet sich auch der „König der Fjorde“, der Sognefjord. Unglaubliche 204 Kilometer reicht er ins Land hinein, dazu ist er bis zu 1300 Metern tief – Weltrekord! Eine Bootsfahrt gehört zu den absoluten Highlights eines Norwegen-Urlaubs.
Gleich eine Provinz weiter wartet der nächste Superlativ: Der „Fjord aller Fjorde“ – die Gegend um den Geirangerfjord in Bezirk Møre-Romsdal gilt als der Inbegriff der norwegischen Landschaft und ist weltberühmt, und somit eines der meist versandten Postkarten-Motive...
Und die Region hat für einen Urlaub in Norwegen weitere Berühmtheiten zu bieten: Den Trollveggen, Europas steilste Felswand, und den Trollstigen, eine der dramatischsten und meist besuchten Passstraßen Skandinaviens. In elf Haarnadelkurven führt sich bis in eine Höhe von 700 Meter über Meeresspiegel, auf halber Strecke passiert die Straße den Stigfossen Wasserfall, umrahmt wird sie von Bergen wie dem Bispen (1450 m) oder der Königin „Dronninga“ (1701 m). Die 1936 erstmalig freigegebene Strecke ist oftmals sehr eng, manchmal einspurig, befahrbar ist sie witterungsbedingt nur im Sommer – meist von Mitte Mai bis Ende September.
