Gar nicht einsam: Schwedens Nordlicht
Der Norden Schwedens ist lange nicht so eisig und öd, wie mancher glaubt. Kühne Berge, klare Seen und kleine Küstenstädte halten einige Abenteuer bereit. Mit den örtlichen Delikatessen sollte man allerdings vorsichtig sein.
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Foto: Peter Rosén/Norrlandia, www.imagebank.sweden.se
Es gibt wohl wenige Landschaften auf dieser Erde, denen gleich drei Musik-Alben gewidmet sind. Nicht ohne Grund hat sich das schwedische Duo Norrland den nördlichsten Teil ihres Heimatlandes ausgesucht, um sich davon inspirieren zu lassen.
Die Songs des Saxofonisten Jonas Knutsson und des Gitarristen Johan Norberg klingen aber nicht karg und einsam, wie man sich Nordschweden vielleicht vorstellen könnte. Sie klingen so klar wie die Mitternachtssonne und das Nordlicht, so bodenstämmig und schnörkellos wie die uralten Traditionen Västerbottons und ein wenig bittersüß wie reife Moltebeeren.
Die Region Norrland besteht aus fünf Provinzen, sie machen mehr als die Hälfte des schwedischen Staatsgebiets aus. Trotzdem wohnt nur jeder achte Schwede hier, so dass die Gebiete außerhalb der Städte nur dünn besiedelt sind. So manches Kind muss als Schulweg täglich 120 Kilometer zurücklegen. Und richtig mobil ist man selbst in den Städten nur mit einem Auto. Doch das nehmen die Einwohner gerne in Kauf – haben sie so viel Platz für Natur, für Sport und für genug Raum, um entspannt zu sich selbst zu finden. Und nicht zuletzt die Urlauber wissen gerade die Verlassenheit der Ferienhäuser im Norden von Schweden zu schätzen.
Wer die besondere Weite Nordschwedens selbst erleben und hier ein Ferienhaus mieten möchte, muss sich zuerst entscheidende Frage stellen: Wo soll die Reise hingehen? Lieber in den Westen zu den Skanden, das schwedische Gebirge in dem die Samen daheim sind, wo die Natur ursprünglich ist und man Bären, Wölfen und natürlich Elchen begegnet?
Oder lieber ein Ferienhaus im seenreichen Skandenvorland in Schweden, das sich besonders gut für ausgedehnte Rad-, Kanu- und Angeltouren eignet und für Familienurlaub in der Natur? Oder doch lieber in den Osten an die Küste, deren Badeorte als Schwedens Sonnenregion gelten und wo es in den zahlreichen Städten an jeder Straßenecke etwas Neues zu entdecken gibt?
Norrland bietet viele Möglichkeiten für schönen Urlaub im Ferienhaus und es bedeutet alles andere als ungemütliches Wetter.
Bei der Delikatesse Surströmming ist Vorsicht geboten
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Foto: Henrik Trygg, www.imagebank.sweden.se
Skifahren in Åre
Zwar sind die Winter in Norrland länger und kälter als im restlichen Schweden, aber auch trockener, was die hohen Minusgrade den Schrecken nimmt. Die Schneemassen hellen die Polarnächste deutlich auf und sind das Kapital Schwedens wichtigster Wintersportorte Åre und Funäsdalen.
Im Sommer herrschen angenehme 15 Grad, tageweise bis zu 30 Grad und im Hochsommer zwischen Juni und Juli geht die Sonne nicht unter.
Das Einzige, was einem erholsamen Urlaub im Ferienhaus in Norrland im Wege stehen könnte, ist die Delikatesse „Surströmming“, die in Norrland vielerorts hergestellt wird. Die sauren Heringe sind beim Verkaufsstart, alljährlich am dritten Donnerstag im August, bereits mehrere Monate lang in Salzlake vergoren. Urlauber sollten sich vor dem Kauf der durch Gase ausgebeulten Dosen tunlichst hüten. Der Geruch des Inhalts ist so beißend, dass ein Kölner Gericht die fristlose Kündigung einer Mieterin für gültig erklärte, die eine Dose Surströmming in ihrem Treppenhaus geöffnet hatte.
Richtig zubereitet wird aus den Strömlingen doch noch eine wohlschmeckende Speise: zusammen mit süßlichem Tunnbröd, saurer Sahne, roten Zwiebeln, Mandelkartoffeln und Tomaten. Spätestens ein kräftiger Schluck Aquavit macht die Delikatesse auch für deutsche Mägen bekömmlich.
